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![]() Harte Probenarbeit: Der Akkordeon-Club Korb spielt am Samstag Händel, Haydn, Rossini, Würthner und zwei Musical-Stücke. Als Händel seine Wassermusik komponierte, war das Akkordeon noch nicht erfunden. Doch zum Glück hat der Akkordeon-Club Korb mit Paul-Ernst Knötzele einen Profi als Dirigenten. Und mit seiner Frau eine studierte Akkordeonistin, die schon manches Stück für Akkordeonorchester eingerichtet hat. So auch das Konzert für Trompete und Orchester von Haydn. 20 Uhr in der Keplerschule. Langsam laufen alle im Silchersaal ein, wo jeden Mittwoch – und vor Konzerten auch öfter - Probe ist. Klassische Stücke, ein anspruchsvolles Programm – wenn das erste Orchester des Handharmonika-Clubs für sein Frühjahrskonzert probt, ist Schluss mit lustig. „Das ist echte Knochenarbeit", sagt Marion Gram-Geerken, Mitglied des 1. Orchesters und musikalische Vorsitzende des Vereins, und meint nicht nur die schweren Instrumente, die draußen vom Parkplatz die Treppen runter in den Probenraum bugsiert werden. Zweimal im Jahr spielt der Akkordeon-Club: Beim Unterhaltungsabend im Winter präsentieren die verschiedenen Orchester des Vereins unterhaltsame Musik, steht die leichte Muse auf dem Programm. Beim Frühjahrskonzert am kommenden Samstag sind Händels Wassermusik, Rossinis „Barbier von Sevilla", die „Schweizerische Rhapsodie" von Würthner sowie zwei Musicalstücke („Porgy und Bess" von Gershwin und „Cabaret" von Kander) zu hören. Und Haydns „Konzert für Trompete und Orchester Es-dur". Als Solist ist diesmal nämlich der Schorndorfer Trompeter Martin Betsch, Musiker und Realschullehrer in Winnenden, mit an Bord. Betsch ist einer, der die Vorurteile über das Akkordeon wohl kennt: Wer Akkordeon hört, denkt an Schunkelmusik. Auch Betsch konnte sich nicht vorstellen, was ihn beim Akkordeon-Club Korb erwartet. Doch seit er die ersten gemeinsamen Proben absolviert hat, steht sein Urteil fest: „Ich bin begeistert." Und die Korber bestätigen seine Erfahrung: „Mit Laien kann man schöner musizieren", sagt der 45-Jährige. „Sie gehen immer an die Grenzen des Leistbaren, bringen hundert Prozent Konzentration." Dafür sorgt auch Paul-Ernst Knötzele, von Haus aus Pianist und seit fast 20 Jahren Dirigent des ersten Orchesters. Knötzele gibt das Kommando, welche Passagen zu proben sind. Unterbricht immer wieder. Ist nicht gleich zufrieden. „Ihr müsst die Achtel-Noten rhythmisch prägnanter spielen", sagt er. „Dann wird's gut." Und: „Nee, nee, ihr zieht zu sehr. Noch mal!" Auch mit der Trompete ist er noch nicht zufrieden. „Herr Betsch, wir driften auseinander", ruft er dem Trompeter zu. Will wissen: „Sollen wir ein Echo machen?" „Och nee,", sagt Betsch. Und weiter geht's. „Spielen Sie mit Schwung!" fordert Knötzele noch einmal von den seinen. „Das darf frisch klingen." Und lässt auch diese Passage wiederholen. "Wir sind die Laien, er ist der Profi” „Wir sind Laien, er ist der Profi", sagt Marion Gram-Geerken hinterher. „Da ist jede Probe wie Unterricht." Das Schönste freilich ist: Die Knötzeles gibt's im Doppelpack. Ehefrau Elke hat Akkordeon studiert und richtet Stücke für den Akkordeon-Club ein. „Es gibt bearbeitete Stücke", sagt sie. „Aber die meisten haben wir in all den Jahren schon gespielt." Das Trompetenkonzert von Haydn musste sie erst übertragen. „20 Stunden sitzt man da schon", sagt sie. „Es auf Akkordeon umzusetzen, ist verdammt schwer, Haydn hat es auf Streicher zugeschnitten", sagt Martin Betsch. Doch es geht. Und es geht sogar richtig gut ...
Quelle: WKZ vom 10.04.2008 |
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